Cohousing gegen Einsamkeit und Pflegekrise im Alter

Auch in Südtirol, Italien, macht man sich Gedanken über das Generationenwohnen. Cohousing gilt als Antwort auf Einsamkeit und Pflegekrise von Senioren. Gewerkschaften warnen: es ist eine gute Idee, aber ohne Ressourcen und klare Regeln bleibt es ein leeres Versprechen.

Gemeinschaftsnahe Wohnformen als Alternative zu Pflegeeinrichtungen sind insgesamt gesehen ein zukunftsträchtiges Modell. Cohousing kann Einsamkeit bekämpfen, die Geselligkeit fördern und sowohl die Kosten von Senioren und öffentlichen Haushalten dämpfen. Viele Senioren halten dennoch an ihrem Eigenheim fest. Manche können sich jedoch vorstellen, es mit jungen Menschen zu teilen, seien es Studenten oder Auszubildende. Wohngemeinschaften gewinnen gegenüber dem klassischen Altersheim an Beliebtheit, vor allem aus Angst vor Isolation und Einsamkeit.

Mehr erfahren unter https://salto.bz/de/article/14012026/generationenwohnen-privatsphaere-zaehlt (14.01.2026) …

In Valleseco entsteht das erste Co-Housing-Projekt der Kanaren

Das gemeinschaftliche Wohnprojekt soll über 14 private Wohneinheiten verfügen, die jeweils um die 45 Quadratmeter groß sind. Ergänzt werden wird alles durch großzügige Gemeinschaftsbereiche. Der Gemeinderat betonte in einer Pressemeldung, dies sei eine wegweisende Maßnahme auf den Kanarischen Inseln, die die Schaffung von Unterkünften ermöglichen werde, die das Gemeinschaftsleben, die Energie-Selbstversorgung und den Verbleib der Bevölkerung in ländlichen Gebieten fördern sollen.

Weitere Infos:

https://infos-grancanaria.com/2025/in-valleseco-entsteht-das-erste-co-housing-projekt-der-kanaren

Zwhatt in Zürich — Generationenwohnen im Großformat

Das Zwhatt-Areal in Regensdorf bei Zürich gehört zu den größten Stadtentwicklungsprojekten der Schweiz – und wagt ein großangelegtes Experiment. Während das architektonische und das ökologische Konzept auf lange und ausgereifte Erfahrungen zurückgreifen können, wird mit der «sozialen Nachhaltigkeit» Neuland betreten. Die große Frage ist: Wie kann in einer Großsiedlung mit rund 1600 Bewohnenden ein Wir-Gefühl und ein funktionierendes Miteinander entstehen? Ein Augenschein vor Ort gibt Einblicke in aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze.

Tom Ammann beschreibt Herausforderungen und Lösungen beim Zwhatt-Projekt (11/2025):

Wohnprojekte-Radio in Münster

In Münster in Nordrhein-Westfalen gibt es seit September 2025 ein Wohnprojekt-Radio im Bürgerfunk. Jeden dritten Freitag im Monat werden abends Radiobeiträge zum Thema Wohnkonzepte in und um Münster gesendet.

Die Sendereihe wird durch das medienforum münster e.V. produziert und im Bürgerfunk bei Antenne Münster ausgestrahlt. An den Abenden werden verschiedene Themen rund um Wohnprojekte aufgegriffen, oft mit Gästen und immer mit Musik.

Ein Wohnprojekt, das aktiv dabei ist, ist zum Beispiel Drubbel, eine neue Genossenschaft, die seit 2025 einen Neubau als Mehrgenerationenhaus für rund 40 Menschen plant.

Seniorendörfer in den USA

Amerikanische Seniorenresidenzen bieten ihren Bewohnern ein gemeinschaftliches Leben im Alter mit Komfort und vielen Zusatzangeboten. Auch wer später hilfsbedürftig ist, kann bleiben. Sie heißen “Continuing Care Retirement Community” (CCRC) oder “Life Plan Communities”. Es gibt fast 2000 solcher US-Wohnanlagen für Ältere.

Auch in Deutschland ist inzwischen ein Markt für Altersresidenzen entstanden. Weitere Infos gibt es im Spiegel-Artikel (nur für Abonnenten):

www.spiegel.de/wirtschaft/altersgerechtes-wohnen-aktives-leben-und-komfort-in-amerikanischen-seniorendoerfern-a-7d7f0718-37a6-44e4-b3be-633eb978ca42 (8.2.2025)

Neuer Trend “Co-living”

Das englische Wort “co-living” heißt in etwa “mitwohnen” oder “zusammenleben”, aber oft bezeichnet es eine gehobene kommerzielle Form des gemeinsamen Wohnens. Es ist ein neuer Trend in der Immobilienbranche, eine Mischung aus Mietshaus und Hotel.

Coliving bietet weniger als ein Hotel, aber mehr als ein Mietshaus. Oft sind die Apartments möbliert. Vor allem bietet es Gemeinschaftsräume und -angebote. Es ist teurer als eine normale Mietwohnung, aber die Mietdauer geht meist nur ein paar Monate. Es eignet sich für Firmenmitarbeiter aus der Ferne (Expats) oder Menschen, die neu in der Stadt sind und nicht gleich etwas passendes finden.

Manchmal bezeichnet Coliving auch die Kombination aus gemeinsam wohnen und arbeiten. Man wohnt nicht nur im selben Gebäude, sondern arbeitet auch tagsüber in gemeinsamen Büros (Co-working).

Der Merkur-Artikel und das Arte.tv-Video beleuchten die aktuelle Situation:

Innovative Wohnkonzepte für Senioren

Klassische Altersheime gibt es in den Niederlanden kaum mehr, dafür aber immer mehr innovative Wohngemeinschaften wie das “Liv Inn” in Hilversum. Hier leben 150 Menschen in einem Gebäudekomplex zusammen, bunt gemischt: hauptsächlich Senioren mit oder ohne Pflegebedarf – aber auch einige Studierende. Ziel ist es, den Pflegebedarf der alten Menschen zu senken und neuen Wohnraum auch für junge Menschen zu schaffen.

Das folgende Kurzvideo von Arte-TV (2:45 min) gibt einen kurzen Einblick:

www.arte.tv/de/videos/124132-000-A/niederlande-innovative-wohnkonzepte-fuer-senioren

Link: www.habion.nl/onze-woningen/onze-woningen/provincie-utrecht/liv-inn-hilversum/ . Habion ist ein großer Anbieter für Seniorenwohnungen in Holland.

Mieten wird unbezahlbar — Wohnungskrise in Dublin und London

Eine bezahlbare Wohnung ist in Dublin schon seit Jahren nicht mehr zu finden. Die Durchschnittmiete in der irischen Hauptstadt beträgt derzeit 32 Euro pro Quadratmeter!!! Das zählt zu den höchsten Mieten in Europa. Für eine 50-qm-Wohnung muss man im Schnitt stolze 1600 €/Monat Kaltmiete zahlen. Selbst in München sind es “nur” 19 €/qm.

Das können sich viele nicht mehr leisten, sie verlassen die Stadt, müssen in Notunterkünften leben, oder werden sogar obdachlos. Ähnliches droht in London, wo die Mietpreise zur Zeit bei 26 €/qm liegen.

Ein Artikel bei NTV beleuchtet den Mietnotstand (09/2024):

www.n-tv.de/panorama/Dublins-Wohnungskrise-koennte-sich-in-London-wiederholen-article25226155.html

Senioren-WG — Gemeinsam kaum einsam

Spiegel-Artikel über eine private Seniorenwohngemeinschaft an der Nordsee bei Husum: das “Haus Schmidt“. 6 ältere Bewohner*innen plus Vermieterehepaar leben zusammen in einem großen Haus. Sechs Wohnungen mit Bad zwischen 30 und 46 Quadratmetern. Gemeinschaftsräume und Garten. Die Wohngruppe organisiert sich selbst. Sie essen oft gemeinsam in der großen WG-Küche.

Vermieter Hartwig Michaelsen wohnt mit seiner Frau, die Altenpflegerin ist, im Dachgeschoss. Er hat den ehemaligen Gasthof samt Fremdenzimmern gekauft und selbst umgebaut und renoviert. Die günstige Kaltmiete beträgt rund 8,50 €/qm.

www.spiegel.de/wirtschaft/besuch-in-einer-senioren-wg-gemeinsam-weniger-einsam-a-5d700780-a42e-4a68-9e23-db82ce344b2e (zahlbar, 3.8.2024)

Das Haus steht im Dorf Rehm-Flehde-Bargen. Webseite: www.hausschmidt.net.